Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Sonntag am Rande eines Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) den chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping getroffen. Nach Angaben Pekings einigten sich beide Seiten darauf, die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Transport und Technologie auszubauen.
Die SOZ ist ein von China geführter Regionalverbund, der 2001 gegründet wurde und neben Russland, Indien und Iran auch zentralasiatische Staaten umfasst. Die Türkei ist kein Vollmitglied, nimmt jedoch als „Dialogpartner“ teil – ein Status, der die Teilnahme an Gipfeltreffen ohne Stimmrecht erlaubt.
Wie aus der chinesischen Darstellung des Gesprächs hervorgeht, wollen Peking und Ankara Chinas „Belt and Road“-Initiative, ein globales Infrastruktur- und Investitionsprogramm, mit dem türkischen Projekt des Mittleren Korridors verknüpfen, das eine Handels- und Transportachse von Asien nach Europa über den Südkaukasus und die Türkei schaffen soll. Zudem verständigten sich beide Seiten darauf, einen südlichen Zweig des China–Europa-Güterzugnetzes zu entwickeln und in Bereichen wie erneuerbare Energien, 5G und Biomedizin zusammenzuarbeiten. Die Türkei bekräftigte dabei ihre Unterstützung für die Ein-China-Politik, die Pekings Souveränität über Taiwan anerkennt.
Ferner hieß es aus Peking, beide Länder wollten ihre Abstimmung in den Vereinten Nationen, der Gruppe der zwanzig führenden Industrie- und Schwellenländer sowie innerhalb der SOZ vertiefen und sich gegenseitig bei Kerninteressen und im Kampf gegen Terrorismus unterstützen.
Ankara kündigte an, am 16. Oktober eine Ausschreibung für das 5G-Frequenzspektrum zu starten, also die Versteigerung der Funkfrequenzen, die für den Betrieb der nächsten Mobilfunkgeneration benötigt werden. Der kommerzielle Betrieb des 5G-Netzes soll im April 2026 beginnen.

No comments