US-Präsident Donald Trump hat nach einer Militäraktion gegen Venezuela vor Kameras erklärt, die Vereinigten Staaten würden das Land vorübergehend verwalten. Ziel sei ein „sicherer, fairer und vernünftiger Übergang“. Bis dieser erreicht sei, werde Washington die Kontrolle übernehmen. In Venezuela habe es „seit Langem ein Drama gegeben“, sagte Trump.
Auslöser der Erklärung war eine Operation, bei der Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und dessen Ehefrau Cilia Flores nach Angaben Trumps festgenommen und in die USA gebracht wurden. Zu der Militäraktion erklärte Trump: „Kein anderes Land der Welt hätte in so kurzer Zeit leisten können, was die USA vergangene Nacht geschafft haben.“
Bei einem Auftritt in Mar-a-Lago kündigte Trump zudem an, große US-amerikanische Ölkonzerne in Venezuela einzusetzen. Diese sollten Milliarden investieren, um die schwer beschädigte Infrastruktur – insbesondere im Energiesektor – zu reparieren und das Land wirtschaftlich wieder in Gang zu bringen. „Amerikanische Ölunternehmen werden dort investieren, die Infrastruktur wiederherstellen und beginnen, Einnahmen für das Land zu generieren“, so Trump.
Der US-Präsident erklärte weiter, die Vereinigten Staaten seien darauf vorbereitet gewesen, notfalls eine zweite militärische Angriffswelle zu starten. Nach der Festnahme Maduros sei dies jedoch vermutlich nicht mehr notwendig. „Wir waren auf eine zweite Welle vorbereitet – eine sehr viel größere. Im Moment scheint sie nicht erforderlich zu sein“, sagte Trump.
Zu den zentralen Aussagen des Präsidenten gehörten unter anderem:
- Auf seine Anweisung habe das US-Militär eine „außergewöhnliche militärische Operation“ in Venezuelas Hauptstadt durchgeführt – eine der eindrucksvollsten Machtdemonstrationen der US-Streitkräfte seit dem Zweiten Weltkrieg.
- Maduro und Flores würden der US-Justiz überstellt und wegen „Narko-Terrorismus“ angeklagt. Sie befänden sich derzeit auf dem Weg nach New York; über den Gerichtsstand werde zwischen New York und Miami entschieden.
- Die USA würden nicht zulassen, dass Venezuela erneut von Akteuren übernommen werde, die nicht im Interesse der Bevölkerung handelten.
- Bis ein geordneter Übergang möglich sei, werde Washington die Verwaltung des Landes übernehmen.
- Alle politischen und militärischen Akteure in Venezuela müssten verstehen, dass ihnen Ähnliches drohen könne, sollten sie sich „unfair“ verhalten.
Zugleich betonte Trump, die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA sehe vor, die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten in der westlichen Hemisphäre dauerhaft zu sichern. Die Personen, die Venezuela künftig führen sollen, würden derzeit ausgewählt und zu gegebener Zeit benannt.
Kritik äußerte Trump auch an ausländischen Staatschefs. Über den kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro sagte er, dieser müsse „vorsichtig sein“, und erhob schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Drogenhandel. Zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin erklärte Trump, man habe über Maduro nicht gesprochen, fügte jedoch hinzu: „Ich bin auch mit Putin nicht zufrieden – er tötet zu viele Menschen.“

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