WFP schlägt Alarm wegen wachsender humanitärer Notlage im Gazastreifen

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat angesichts der sich verschärfenden humanitären Krise im Gazastreifen Alarm geschlagen. Jeder dritte Mensch in Gaza lebe seit Tagen ohne Nahrung, teilte das WFP mit. Die Mangelernährung nehme rapide zu. Besonders dringlich sei die Lage für 90.000 Frauen und Kinder, die einer sofortigen medizinischen Versorgung bedürften.

Nach Angaben des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums sind am Freitag neun weitere Menschen infolge von Unterernährung gestorben. Damit sei die Zahl der seit Kriegsbeginn an Mangelernährung Verstorbenen auf zwölf gestiegen.

Debatte zwischen Israel und der internationalen Gemeinschaft über humanitäre Hilfe

Israel, das alle in den Gazastreifen gelangenden Güter kontrolliert, bestreitet eine Einschränkung humanitärer Hilfslieferungen und macht die Hamas für die Mangelversorgung verantwortlich.

Unterdessen berichteten lokale Medien, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien Hilfslieferungen per Luftbrücke nach Gaza planen. Ein ranghoher jordanischer Regierungsvertreter erklärte gegenüber der BBC, sein Land habe für eine solche Operation bislang keine Genehmigung von Israel erhalten.

Wie das Nachrichtenportal T24 berichtet, forderten Deutschland, Frankreich und Großbritannien am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung, Israel solle „jegliche Beschränkungen für den Fluss humanitärer Hilfe in die Region unverzüglich aufheben“. Die drei Staaten riefen zur sofortigen Beendigung der „humanitären Katastrophe“ in Gaza und des Krieges auf und betonten, Israel müsse seinen Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht nachkommen.

Scharfe Kritik von UN-Generalsekretär Guterres

UN-Generalsekretär António Guterres kritisierte auf einer globalen Konferenz von Amnesty International die Untätigkeit der Weltgemeinschaft scharf. Er könne das Ausmaß an „Gleichgültigkeit, Untätigkeit, Mitgefühlslosigkeit, Realitätsferne und Mangel an Menschlichkeit“ gegenüber Gaza nicht nachvollziehen. Guterres erklärte, seit dem 27. Mai seien über tausend Palästinenser getötet worden, während sie versucht hätten, an Nahrungsmittel zu gelangen. Der 27. Mai markiert den Beginn der Verteilung von Hilfsgütern durch die von den USA und Israel unterstützte Gaza Humanitarian Foundation (GHF), die als Alternative zum von den Vereinten Nationen geführten System agiert.

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