Der Türkische Fußballverband (TFF) hat bekanntgegeben, dass insgesamt 1.024 Profispieler beim Platzieren von Wetten erwischt worden sind – und damit den sich ausweitenden Wettskandal im türkischen Fußball über Schiedsrichter und Vereinsfunktionäre hinaus auf die Spieler selbst ausdehnt.
Wie der Verband am Montag mitteilte, stehen 27 der betroffenen Spieler derzeit in der türkischen Süper Lig unter Vertrag, der höchsten Spielklasse des Landes. Unter ihnen befinden sich auch Akteure der Istanbuler Spitzenvereine Beşiktaş und Galatasaray.
Zu den Spielern, die an das Professionelle Fußball-Disziplinarkomitee (PFDK) verwiesen wurden, zählen Beşiktaş-Torhüter Ersin Destanoğlu, der erfahrene Verteidiger Necip Uysal sowie die Galatasaray-Spieler Eren Elmalı und Metehan Baltacı.
Der TFF erklärte, sämtliche 1.024 Spieler seien vorläufig suspendiert und gemäß Artikel 57 des Verbandsreglements an das Disziplinarkomitee überstellt worden. Dieser Artikel verbietet es aktiven Sportlern, auf Fußballspiele zu wetten.
Das Disziplinarkomitee teilte mit, dass 47 Spieler, die lediglich eine einzelne Wette platziert hätten, zunächst auf eine spätere Überprüfung warteten, bis weitere Beweise der Behörden vorlägen.
Angesichts des Ausmaßes des Skandals kündigte der Verband an, bei der FIFA die Genehmigung für ein besonderes, 15 Tage dauerndes Transferfenster zu beantragen, damit die Vereine die suspendierten Spieler ersetzen können.
Zudem werden sämtliche Spiele der zweiten und dritten Ligen für zwei Wochen ausgesetzt, während die Begegnungen der Süper Lig und der Ersten Liga planmäßig fortgesetzt werden sollen.
Bereits zuvor hatte der TFF offengelegt, dass Hunderte von Schiedsrichtern über Wettkonten verfügten – ein Umstand, der schließlich zur Festnahme mehrerer Unparteiischer und eines Vereinsfunktionärs geführt hatte.

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