Iran: Proteste weiten sich aus, Internet weitgehend gesperrt

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Im Iran haben in der Nacht zum Freitag die größten Demonstrationen seit Beginn der jüngsten Protestwelle stattgefunden. In der Hauptstadt Teheran strömten zahlreiche Menschen auf den weitläufigen Ajatollah-Kaschani-Boulevard, wie auf von der Nachrichtenagentur AFP verifizierten Aufnahmen in Onlinenetzwerken zu sehen war. Auf weiteren Bildern war eine protestierende Menschenmenge in der westiranischen Großstadt Abadan zu erkennen.

Rufe zum Sturz der Regierung

Die Demonstranten riefen wiederholt Parolen, die einen Sturz der Islamischen Republik forderten, darunter „Pahlavi wird zurückkehren“ – unter Bezugnahme auf Reza Pahlavi, den Sohn des 1979 im Zuge der Islamischen Revolution gestürzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi.

Die Proteste im Iran dauern seit mittlerweile zwölf Tagen an. Sie hatten sich am Zorn über die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage entzündet. Seit Beginn der Protestwelle am 28. Dezember gab es Versammlungen in mindestens 50 Ortschaften und Städten, vor allem im Westen des Landes.

Seit Beginn der Proteste wurden nach jüngsten Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen mindestens 45 Demonstranten getötet, darunter acht Minderjährige. Iranische Behörden und Medien meldeten bislang 21 Tote, darunter auch Sicherheitskräfte.

Internet-Blackout und internationale Reaktionen

Die in London ansässige Organisation NetBlocks teilte am Donnerstag mit, die iranischen Behörden hätten das Internet gesperrt; das Land befinde sich inzwischen in einem „fast vollständigen landesweiten Internet-Blackout“.

Der in der iranischen Exil-Opposition aktive Schah-Sohn Pahlavi hatte zuvor gesagt, die Führung in Teheran sei „zutiefst verängstigt“ und werde das Internet kappen. Er hatte für Donnerstagabend zu weiteren Protesten aufgerufen.

Drohungen von Trump

US-Präsident Donald Trump wiederholte angesichts der Protestwelle seine bereits zuvor geäußerten Drohungen gegen die Führung in Teheran. „Ich habe ihnen klargemacht, dass wir hart durchgreifen werden, wenn sie anfangen, Menschen zu töten, was sie bei ihren Unruhen – und sie haben viele Unruhen – häufig tun“, sagte Trump in einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt.

 

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