Die Eröffnung der diesjährigen Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) stand im Schatten politischer Debatten. Wim Wenders, Präsident der Internationalen Jury der 76. Berlinale, beantwortete auf der ersten Pressekonferenz Fragen zum Gaza-Krieg sowie zur Rolle der Politik im Kino. Dabei erklärte er, dass das Kino zwar die Welt verändern könne – jedoch nicht „auf politische Weise“.
Auf die Frage nach der politischen Wirkung von Filmen sagte Wenders: „Filme können die Welt verändern, aber nicht im politischen Sinn. Kein Film hat jemals die Meinung eines Politikers geändert; doch wir können beeinflussen, wie Menschen ihr Leben gestalten. Zwischen Menschen, die auf diesem Planeten leben wollen, und Regierungen mit anderen Vorstellungen besteht eine große Kluft. Ich denke, Filme bewegen sich innerhalb dieser Kluft.“
Warum die Berlinale anders ist
Wenders, der 2015 mit dem Ehrenbären ausgezeichnet wurde, sprach auch über die Besonderheiten der Berlinale im Vergleich zu anderen Festivals. Berlin habe die Kraft, unterschiedliche Gesichter der Welt zusammenzubringen, sagte der Regisseur, und betonte, das Festival gehöre zu den Plattformen, die „die meisten und vielfältigsten Geschichten der Welt“ zeigten.
Während der Pressekonferenz standen insbesondere der anhaltende Krieg in Gaza sowie die Unterstützung Israels durch die deutsche Bundesregierung im Mittelpunkt. Da ein erheblicher Teil des Festivalbudgets aus öffentlichen Mitteln stammt, wurden die Jurymitglieder direkt nach ihrer politischen Haltung gefragt.
Die Produzentin Ewa Puszczyńska bezeichnete diese Frage als „etwas unfair“. Filmschaffende könnten das Publikum zum Nachdenken anregen, seien jedoch nicht für dessen politische Entscheidungen verantwortlich, erklärte sie.
Festival startet mit „No Good Men“
Die 76. Berlinale findet vom 12. bis 22. Februar in Berlin statt und wurde im Berlinale Palast mit dem Film „No Good Men“ eröffnet. Den Vorsitz der Jury übernimmt in diesem Jahr Wim Wenders.

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