Der Vorsitzende der CHP, Özgür Özel, hatte am 17. März erklärt, Justizminister Akın Gürlek verfüge über insgesamt zwölf verschiedene Immobilien mit einem Gesamtwert von 325,5 Millionen Lira – eine Angabe, die seither zu den umstrittensten Themen der türkischen Innenpolitik zählt.
Nachdem Justizminister Gürlek die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt hatte, es seien lediglich vier Grundbucheinträge auf seinen Namen registriert, die er zugleich öffentlich machte, wurde bekannt, dass auch gegen jene vorgegangen wird, die diese Angaben überprüften.
Drei Beamte suspendiert – einer in Gewahrsam
Nachdem festgestellt worden war, dass die Grundbuchdaten zu Gürlek in verschiedenen Grundbuchämtern abgefragt worden waren, wurden drei Mitarbeiter vom Dienst suspendiert. Ein im Grundbuchamt von Kaş tätiger Beamter, Diyar A., wurde zudem in Gewahrsam genommen.
Der festgenommene Beamte räumte in seiner Vernehmung ein, die Grundbuchdaten Gürleks abgefragt und Zugriff auf die entsprechenden Register erhalten zu haben. Die erlangten Informationen habe er anschließend per Nachricht weitergegeben.
Diyar A. erklärte weiter, er sei seit drei Jahren im Grundbuchamt tätig und habe in dieser Zeit ausschließlich Abfragen zu Akın Gürlek vorgenommen. Diese seien auf Anregung einer Frau erfolgt, die er über soziale Medien kennengelernt habe. Die Daten habe er lediglich mit dieser unter dem Namen Ayşegül bekannten Person geteilt.
„Ich habe kein Geld erhalten“
Der Beamte betonte, aus den Abfragen keinen persönlichen Vorteil gezogen zu haben. Auf Nachfrage gab er an, weder den Leiter des Grundbuchamts in Başkale (Çorum) noch den Leiter des Amts in Çobanlar (Afyonkarahisar) zu kennen und zu diesen Personen in keinerlei Kontakt gestanden zu haben.
Schließlich erklärte Diyar A., er wolle von den Bestimmungen zur tätigen Reue Gebrauch machen. Er habe keinerlei Verbindungen zu politischen Akteuren und halte die Äußerungen Özels über Akın Gürlek für unzutreffend.

No comments