Beim jährlichen Besuch des irischen Premierministers Micheál Martin in den USA anlässlich des St. Patrick’s Day standen Handelsfragen im Mittelpunkt. US-Präsident Donald Trump kritisierte das Handelsdefizit mit Irland und kündigte Maßnahmen gegen die Europäische Union an. Die wirtschaftlichen Spannungen zwischen den USA und der EU könnten auch Irland betreffen.
Kritik an Irlands Wirtschaftspolitik
Trump äußerte Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Insbesondere die Steuerpolitik Irlands, die zahlreiche US-Pharma- und Technologieunternehmen anzieht, stand im Fokus seiner Kritik. Er verwies darauf, dass große US-Konzerne wie Pfizer, Eli Lilly und Johnson & Johnson in Irland stark vertreten seien, was aus seiner Sicht zu einer wirtschaftlichen Abhängigkeit führe.
Auch die EU-Entscheidung, den Technologiekonzern Apple zu einer hohen Steuernachzahlung an Irland zu verpflichten, bewertete Trump negativ. Zudem verwies er auf persönliche Erfahrungen mit regulatorischen Hürden bei einem seiner Bauprojekte in Irland.
Handelskonflikt mit der EU
Der US-Präsident bekräftigte seine Auffassung, dass die EU wirtschaftliche Vorteile auf Kosten der USA ausnutze. Er kündigte an, im April neue Strafzölle gegen europäische Produkte zu verhängen, als Reaktion auf bestehende EU-Zölle auf US-Waren.
Premierminister Martin betonte hingegen die wechselseitigen Vorteile der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Irland und den USA. Irland investiere zunehmend in den Vereinigten Staaten, und die Handelsbeziehungen seien für beide Seiten von Bedeutung.
Differenzen in der Außenpolitik
Auch in außenpolitischen Fragen zeigten sich Meinungsverschiedenheiten. Während Irland traditionell eine pro-palästinensische Haltung vertritt, setzt Trump auf eine harte Linie im Nahostkonflikt. In der Diskussion über den Krieg zwischen Israel und der Hamas sprach sich Martin für eine Zwei-Staaten-Lösung aus, während Trump eine stärkere US-Intervention ins Spiel brachte.
Trotz diplomatischer Gesten verdeutlichte das Treffen grundlegende Differenzen in wirtschaftlichen und politischen Fragen. Während beide Seiten die Bedeutung der bilateralen Beziehungen betonten, blieben zentrale Konfliktpunkte bestehen.
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