Tesla dominiert den türkischen E-Auto-Markt trotz Rückgang in Europa

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Tesla hat im Februar den türkischen Markt für Elektrofahrzeuge (EV) mit einem Absatz von mehr als 3.000 Einheiten angeführt. Dies geht aus den Zahlen des Verbandes der Automobilhändler (ODMD) hervor. Gleichzeitig verzeichnet der US-Autobauer in Europa einen drastischen Absatzrückgang, wie Daten verschiedener europäischer Regulierungsbehörden belegen.

Der türkische Automarkt schrumpfte im Vergleich zum Februar 2024 um 14,4 Prozent auf insgesamt 90.730 Einheiten. Dennoch verzeichneten Elektrofahrzeuge mit 10.473 verkauften Einheiten ein Wachstum von 80,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und machten 13,8 Prozent des Gesamtmarktes aus.

Der Anteil von Elektrofahrzeugen am Gesamtabsatz stieg damit von 7 Prozent im Vorjahr auf 13,8 Prozent im Februar, mit insgesamt 3.310 verkauften Einheiten.

Der türkische Markt für Elektroautos erlebt einen rasanten Aufschwung, angetrieben durch staatliche Fördermaßnahmen und ein wachsendes Interesse der Verbraucher an nachhaltiger Mobilität. Ende 2024 waren in der Türkei 183.776 Elektrofahrzeuge registriert, was einem Anteil von 1,1 Prozent an den insgesamt 16.232.458 zugelassenen Pkw entspricht. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag die Zahl der registrierten Elektrofahrzeuge noch bei lediglich 1.176.

Tesla an der Spitze, TOGG auf Platz zwei

Tesla behauptete sich mit 3.310 verkauften Fahrzeugen als Marktführer in der Türkei, gefolgt von der türkischen Marke TOGG mit 2.038 Einheiten. Zusammen beanspruchten die beiden Hersteller im Februar 50 Prozent des türkischen Elektrofahrzeugmarktes.

Branchenexperten spekulieren, dass die enge Beziehung zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und Tesla-Gründer Elon Musk zur wachsenden Präsenz von Tesla in der Türkei beigetragen haben könnte.

Erdoğan und Musk trafen in den vergangenen Jahren mehrfach zusammen, unter anderem bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar sowie im September 2023 im „Türkenhaus“ (Türkevi) in New York. Bei diesen Treffen wurden mögliche Kooperationen in der Raumfahrttechnologie, der Bau von Tesla-Produktionsstätten in der Türkei sowie die Implementierung des Satellitendienstes Starlink diskutiert.

Rückgang in Europa trotz wachsender E-Mobilität

Während Tesla in der Türkei Erfolge feiert, hat das Unternehmen in Europa mit einem massiven Absatzrückgang zu kämpfen, obwohl der Markt für Elektrofahrzeuge insgesamt weiter wächst.

Besonders drastisch war der Einbruch in Deutschland: Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sanken die Tesla-Verkäufe im Zeitraum Januar bis Februar 2025 um 70,6 Prozent auf nur noch 2.706 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr.

Beobachter führen diesen Rückgang unter anderem auf Musks öffentliche Unterstützung der rechtspopulistischen AfD und seine Kritik an Bundeskanzler Olaf Scholz zurück. Der renommierte Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research Institute bezeichnete Musks Verhalten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP als „extrem schädlich“.

In Norwegen, wo Elektroautos im Februar 94,7 Prozent aller Neuzulassungen ausmachten, wurden laut dem Straßenverkehrsamt OFV nur halb so viele Tesla-Fahrzeuge registriert wie im Februar 2024. Im Zweimonatsvergleich fielen die Zulassungen um 44,4 Prozent.

Auch in Schweden, wo batteriebetriebene Fahrzeuge im Februar mit 6.872 Einheiten einen Marktanteil von 31,9 Prozent erreichten, konnte Tesla nicht von diesem Trend profitieren. Die Verkaufszahlen des US-Herstellers brachen im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent auf nur 613 Einheiten ein. Besonders betroffen war das Model Y, dessen Absatz um 52,1 Prozent sank.

In Dänemark erreichte der Absatz von Elektroautos im Februar 7.734 Einheiten, was einem Marktanteil von 65 Prozent entspricht und ein Wachstum von 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Trotz der insgesamt positiven Entwicklung für den Markt fiel die Zahl der Tesla-Neuzulassungen um 48 Prozent auf nur 509 Fahrzeuge, wie aus Daten von Mobility Denmark hervorgeht.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt Tesla ein führender Akteur in der globalen Elektromobilität, doch die regionalen Unterschiede zeigen, dass das Unternehmen sich an unterschiedliche wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen anpassen muss.

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