Nach Israels Angriff: Iran stoppt Gaslieferungen in die Türkei

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Nach dem Angriff Israels auf das South-Pars-Gasfeld hat Iran die Gaslieferungen in die Türkei eingestellt. Wie lange die Unterbrechung andauern wird, ist bislang unklar. Wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, bezieht die Türkei weiterhin Erdgas aus ihren Hauptlieferländern Russland und Aserbaidschan und verfügt zudem über ausreichende Speicherreserven.

Gaspreise erreichen Rekordniveau

Wie aus Daten des türkischen Verbandes der Erdgasverteiler (Gazbir) hervorgeht, deckte die Türkei im vergangenen Jahr rund 14 Prozent ihres Erdgasbedarfs durch Importe aus dem Iran.

Das weltweit größte South-Pars-Gasfeld war am 18. März Ziel eines israelischen Angriffs. Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Energieanlagen in der Golfregion, darunter auch die Anlage Ras Laffan in Katar, die für etwa ein Fünftel des globalen Angebots an verflüssigtem Erdgas (LNG) steht.

Infolge dieser Eskalation stiegen die europäischen Gas-Futures auf den höchsten Stand seit drei Jahren und werden derzeit rund 70 Prozent über dem Vorkriegsniveau gehandelt.

Speicherkapazität von 6,3 Milliarden Kubikmetern

Der türkische Energieminister Alparslan Bayraktar hatte im November in den sozialen Medien erklärt: „Wir haben eine Gesamtspeicherkapazität von 6,3 Milliarden Kubikmetern erreicht.“ Im März des vergangenen Jahres lag der durchschnittliche tägliche Gasverbrauch der Türkei bei etwa 230 Millionen Kubikmetern.

Das Gas aus South-Pars ist sowohl für die inländische Stromerzeugung Irans als auch für dessen Exporte von zentraler Bedeutung. Die Regierung in Bagdad teilte am Vortag mit, Iran habe nach dem Angriff die Gaslieferungen an den Irak zunächst eingestellt; inzwischen sei der Fluss jedoch teilweise wieder aufgenommen worden.

Bereits in der Vergangenheit hatte Iran – insbesondere in den Wintermonaten mit hoher Inlandsnachfrage – unter Verweis auf technische Probleme seine Gasexporte in die Türkei wiederholt eingeschränkt.

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