Angriffe auf WHO-Einrichtungen im Gazastreifen

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat der israelischen Armee vorgeworfen, gezielt Einrichtungen der Organisation im Zentrum des Gazastreifens angegriffen zu haben. Nach Angaben von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus trafen am Montag drei Angriffe eine Mitarbeiterunterkunft der Organisation in Deir al-Balah. Auch das zentrale Lagerhaus der WHO in der Stadt sei beschädigt worden. Ghebreyesus machte die Vorwürfe öffentlich über den Kurznachrichtendienst X.

Neben den Angriffen habe israelisches Militär das WHO-Gelände betreten, erklärte Ghebreyesus weiter. Die Soldaten hätten dabei Mitarbeiter der Organisation sowie deren Angehörige festgenommen. Die WHO äußerte sich zutiefst besorgt über die Vorgänge und forderte erneut den Schutz humanitärer Einrichtungen und ihres Personals, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Zuvor hatte die israelische Armee angekündigt, ihre Offensive gegen die Hamas auf das Zentrum des Gazastreifens auszuweiten. Ziel sei das Gebiet um Deir al-Balah, in dem israelische Kräfte bislang nicht operiert hätten, wie Armeesprecher Avichay Adraee mitteilte. Die Streitkräfte gehen davon aus, dass sich dort militante Einheiten der Hamas verschanzt haben.

In einer auf Arabisch verbreiteten Mitteilung rief Adraee die Zivilbevölkerung zur Flucht in die südlich gelegene Region Al-Mawasi auf. Israel hat das Küstengebiet zur sogenannten „humanitären Zone“ erklärt, in der Schutz für Zivilisten gewährleistet sein soll.

Wadephul warnt vor humanitärer Katastrophe im Gazastreifen

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich besorgt über die eskalierende Lage im Gazastreifen geäußert und Israel eindringlich zur Umsetzung humanitärer Maßnahmen aufgefordert. In einem Telefongespräch mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar äußerte Wadephul am Montag seine „größte Sorge über die katastrophale humanitäre Lage“ in dem Küstengebiet. Über den Kurznachrichtendienst X appellierte er an die israelische Regierung, bestehende Vereinbarungen mit der Europäischen Union zur Versorgung der Zivilbevölkerung unverzüglich einzuhalten.

Wadephul forderte insbesondere ungehinderten Zugang für Hilfsorganisationen sowie den Schutz ziviler Infrastruktur. Eine weitere Verschärfung der Lage könne nur durch gezielte humanitäre Maßnahmen verhindert werden, betonte der CDU-Politiker.

Auch zur Entwicklung im benachbarten Syrien äußerte sich der Außenminister. Gemeinsam mit Saar sprach er sich für die Stabilisierung der Waffenruhe aus. Andernfalls drohten, so Wadephul, neue Unruhen auf angrenzende Staaten überzugreifen. „Die Spirale aus Gewalt und Gegengewalt muss durchbrochen werden“, erklärte er.

Bereits zuvor hatten 25 Staaten, darunter Frankreich, Großbritannien und Italien, ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen im Gazastreifen gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung warnten sie vor einer weiteren Zuspitzung der humanitären Krise. Das Leid der Zivilbevölkerung habe ein „nicht mehr hinnehmbares Ausmaß“ erreicht.

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