Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag einen 53-jährigen ukrainischen Staatsbürger in Brandenburg festnehmen lassen. Er steht im Verdacht, seit mindestens Juli 2025 für einen russischen Geheimdienst Informationen über die deutsche Rüstungsindustrie und militärische Einrichtungen gesammelt zu haben.
Nach Angaben der Ermittler interessierte sich der Mann insbesondere für die Produktion von Panzern, Munition und Sprengstoffen sowie für Personal und militärische Anlagen an der Nato-Ostflanke. Neben öffentlich zugänglichen Informationen soll er auch gezielt Kontakte in der europäischen Rüstungsbranche genutzt haben, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.
Der Verdächtige lebte in Eisenhüttenstadt und wurde im Landkreis Oder-Spree von Beamten des Bundeskriminalamts festgenommen. An den Ermittlungen waren außerdem die Bundesanwaltschaft und der Verfassungsschutz beteiligt. Ihm wird geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen. Am Freitag sollte er einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über eine Untersuchungshaft entscheidet.
Der Fall reiht sich in mehrere Spionageverdachtsfälle der vergangenen Monate ein. Im September wurde eine Deutsch-Ukrainerin wegen mutmaßlicher Kontakte zum russischen Geheimdienst angeklagt. Im April geriet ein Kasache unter Verdacht, Informationen über deutsche Unternehmen aus der Drohnen- und Robotikbranche weitergegeben zu haben. Bereits im März war eine Rumänin wegen mutmaßlicher Spionage für Russland festgenommen worden.
Nach Einschätzung der Ermittler zeichnet sich der aktuelle Fall dadurch aus, dass der Verdächtige gezielt militärisch relevante Informationen beschafft haben soll.

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