Ebru Kaymak
Vom 24. Januar bis zum 21. Juli präsentiert das Louvre-Museum erstmals eine Modeausstellung. Berühmte Modemarken wie Yves Saint Laurent, Chanel und Dolce & Gabbana stellen auf einer 9.000 Quadratmeter großen Fläche ihre Werke unter dem Titel „Louvre Couture – Objets d’art, objets de mode“ (dt. „Kunstobjekte, Modeobjekte“) zur Schau.
Insgesamt werden 65 Haute-Couture-Kreationen sowie eine Reihe von Accessoires aus den renommiertesten Modehäusern in Paris und der ganzen Welt für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Als Haute-Couture (fr. gehobene Schneiderei) werden luxuriöse maßgeschneiderte Modekreationen bezeichnet.
Beim Rundgang durch das Museum ist die erste Begegnung mit einem dieser „objets de mode“ beeindruckend. Wie ein einzigartiges Kunstwerk sticht es ins Auge und fasziniert mit seinen Farben und Details. Die Kleidungsstücke sind gezielt in den Abteilungen von Byzanz bis zum Zweiten Kaiserreich platziert, eingebettet in eine Kulisse aus jahrhundertealten Gemälden und historischen Objekten. Sie wirken, als gehörten sie schon immer dorthin.

Foto: Ebru Kaymak
Besonders bemerkenswert ist, dass Besucherinnen und Besucher durch Hinweise dazu angeregt werden, Bezüge zwischen den ausgestellten Modeobjekten und den umgebenden Kunstwerken herzustellen. Doch während des Rundgangs fällt auch auf, dass viele der Kleider trotz der historischen Umgebung vorrangig als tragbare Mode wahrgenommen werden. Manchmal wirkt dies fast ablenkend.
Die BesucherInnen bestaunen die Modekunstwerke und ihre Schöpfer, während die jahrhundertealte Kunstgeschichte des Museums dabei in den Hintergrund zu rücken scheint.
Modedesign ist zweifellos eine Kunstform. Doch stellt sich die Frage: Lenkt die Ausstellung von der eigentlichen Kunstsammlung ab oder dient sie vielmehr dazu, ein neues Publikum ins Museum zu locken?
Dennoch bleibt der Eindruck dieser besonderen Kleidungsstücke noch eine Weile im Gedächtnis – ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
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