Pro-kurdische Abgeordnete treffen Erdoğan nach Gesprächen mit Öcalan

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Die İmralı-Delegation der DEM-Partei, bestehend aus Pervin Buldan, Mithat Sancar und Özgür Faik Erol, hat am Montag, dem 7. Juli, den inhaftierten PKK-Anführer Abdullah Öcalan besucht. Der politisch bedeutende Besuch fand unmittelbar vor dem geplanten Treffen der Delegation mit Präsident und AKP-Vorsitzendem Recep Tayyip Erdoğan statt. Öcalan erklärte, der Lösungsprozess sei in eine neue Phase eingetreten.

Nach dem zweieinhalbstündigen Gespräch informierte die Delegation über ein tragisches Ereignis: Während der Unterredung erfuhren die Mitglieder, dass fünf Soldaten im Einsatzgebiet bei einer Durchsuchung einer Höhle durch Methangas ums Leben gekommen waren. In ihrer Mitteilung hieß es:
„Dieses Ereignis hat bei Herrn Öcalan und bei uns allen große Trauer ausgelöst. Wir sprechen den Familien und Angehörigen der Verstorbenen unser tief empfundenes Beileid aus und bitten Gott um Barmherzigkeit für die Gefallenen.“

Die Delegation betonte, dass Öcalan den Beginn einer neuen Phase im Lösungsprozess hervorgehoben habe. Er habe der bevorstehenden Unterredung der DEM-Abgeordneten mit dem Präsidenten große Bedeutung beigemessen und das Treffen als „von historischer Bedeutung“ bezeichnet. Zugleich habe er erklärt, dass auch eine im Parlament einzurichtende Kommission eine zentrale Rolle für Frieden und Lösung spielen werde.

Öcalan habe deutlich gemacht, dass er großes Vertrauen, Hoffnung und Überzeugung in den Beitrag dieses Prozesses zur Demokratisierung der Türkei setze, so die Delegation weiter.

Der aktuelle Besuch war die sechste Reise einer DEM-Delegation nach İmralı. Zuletzt hatte ein Team die Gefängnisinsel am 18. Mai besucht. Für Mithat Sancar, Abgeordneter der DEM-Partei aus Mardin, war es der erste Besuch. Er rückte in die Delegation nach, nachdem der frühere stellvertretende Parlamentspräsident und DEM-Abgeordnete Sırrı Süreyya Önder an einer Herzerkrankung verstorben war.

Die Delegation machte sich um 10 Uhr morgens auf den Weg. Das Gespräch mit Öcalan endete nach zweieinhalb Stunden. Anschließend veröffentlichte die Delegation eine Erklärung.

Beileid für verstorbene Soldaten

In der Mitteilung hieß es wörtlich:

„Heute haben wir als Delegation im Gefängnis von İmralı mit Herrn Abdullah Öcalan ein sehr produktives Gespräch geführt, das zweieinhalb Stunden dauerte.

Herr Öcalan war gesundheitlich und mental in guter Verfassung. Er betonte, dass der Prozess in eine neue Phase eingetreten sei. Mit den bevorstehenden Schritten kämen auf uns alle neue Verantwortungen zu, die es zu übernehmen gelte.

Er unterstrich die große Bedeutung des Treffens unserer Delegation mit dem Präsidenten und bezeichnete es als historisch. Ebenso betonte er, dass die im Parlament einzurichtende Kommission eine wichtige Rolle bei der Förderung von Frieden und Lösung spielen werde.

Wir haben gesehen, dass seine Hoffnung, sein Vertrauen und sein Glaube an die positive Wirkung dieses Prozesses auf die Demokratisierung der Türkei ausgesprochen stark sind.

Während unseres Gesprächs erhielten wir die Nachricht, dass in der Region der Kurdischen Autonomieverwaltung mehrere Soldaten durch eine Methangasvergiftung ums Leben gekommen sind. Dieses Ereignis hat bei Herrn Öcalan und bei uns allen tiefe Trauer ausgelöst. Wir bitten Gott um Barmherzigkeit für die Verstorbenen und sprechen ihren Familien und Angehörigen unser aufrichtiges Beileid aus.“

 

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