Expat-Studie 2026: Deutschland bleibt eines der unattraktivsten Länder für Expats

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Deutschland gehört laut der Expat Insider Survey 2026 erneut zu den unbeliebtesten Ländern für Menschen, die im Ausland leben und arbeiten. In der jährlichen Studie des Netzwerks InterNations belegt die Bundesrepublik den 30. von 31 Plätzen und landet damit auf dem vorletzten Rang. Schlechter schneidet nur Norwegen ab.

Die Expat Insider Survey ist eine jährlich vom internationalen Netzwerk InterNations durchgeführte Studie, die zu den weltweit größten Umfragen unter im Ausland lebenden Menschen zählt. Für die 13. Ausgabe wurden knapp 8.000 Expats aus 162 Nationen befragt, die ihr Leben in 31 Ländern bewerteten. Das Ranking basiert auf den Kategorien Lebensqualität, Arbeiten im Ausland, persönliche Finanzen, Eingewöhnung sowie Expat-Grundlagen wie Wohnen, Digitalisierung, Behörden und Sprache. Ziel der Studie ist es, aufzuzeigen, wie zufrieden Expats mit ihrem Leben und Arbeiten in ihrem jeweiligen Gastland sind.

Bürokratie und Digitalisierung bleiben größte Schwachstellen

Besonders schlecht schneidet Deutschland im Bereich Expat-Grundlagen ab und belegt dort den letzten Platz. Vor allem die Bürokratie, die Digitalisierung und die Wohnungssuche sorgen für Unzufriedenheit.

Viele Befragte kritisieren den schwierigen Umgang mit Behörden. 61 Prozent geben an, dass Verwaltungsverfahren kompliziert seien. Gleichzeitig landet Deutschland bei digitalen Behördendiensten, schnellem Internet zu Hause und bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten auf dem letzten Platz des Rankings. 22 Prozent der Expats sind der Meinung, dass bargeldloses Bezahlen nicht ausreichend verbreitet ist – deutlich mehr als im weltweiten Durchschnitt.

Auch die Sprache stellt für viele Neuankömmlinge eine Hürde dar. Mehr als die Hälfte der Befragten hatte bereits vor dem Umzug Sorge vor der deutschen Sprache. Fast die Hälfte gibt an, dass es schwierig sei, ohne Deutschkenntnisse im Alltag zurechtzukommen.

Eingewöhnung fällt vielen schwer

Auch bei der Integration schneidet Deutschland schlecht ab. Im Bereich Einfachheit der Eingewöhnung erreicht die Bundesrepublik nur Rang 28.

Lediglich 42 Prozent der Befragten empfinden die Deutschen als freundlich gegenüber ausländischen Mitbürgern. Weniger als die Hälfte fühlt sich in Deutschland wirklich zu Hause. Zudem berichten viele Expats (57%) , dass es schwierig sei, Freundschaften mit Einheimischen zu schließen. Rund 41 Prozent geben an, dass ihr Freundeskreis überwiegend aus anderen Expats besteht – ein Hinweis darauf, dass die Integration in die lokale Gesellschaft nur langsam voranschreitet.

Gute Noten für Work-Life-Balance

Positiver fällt das Urteil über das Arbeitsleben aus. Im Bereich Arbeiten im Ausland erreicht Deutschland Platz 19 und erzielt damit sein bestes Ergebnis.

Besonders die Work-Life-Balance wird positiv bewertet. Rund zwei Drittel der Befragten sind mit ihrer Arbeitszeit und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zufrieden. Die durchschnittliche Vollzeit-Arbeitswoche liegt mit 40,4 Stunden unter dem weltweiten Durchschnitt.

Auch das Sicherheitsgefühl im Beruf wird vergleichsweise gut bewertet. Mehr als ein Drittel der Befragten zog ursprünglich aus beruflichen Gründen nach Deutschland.

Solide Lebensqualität, aber Schwächen bei Freizeit und Gesundheit

Im Bereich Lebensqualität landet Deutschland auf Platz 20. Positiv bewertet werden vor allem das Verkehrsnetz sowie die Verfügbarkeit umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen.

Weniger zufrieden zeigen sich die Befragten dagegen mit den Freizeitangeboten und dem Gesundheitssystem. Auch bei der politischen Stabilität und der persönlichen Sicherheit erreicht Deutschland lediglich Plätze im Mittelfeld.

Finanzen: Durchschnitt statt Spitzenplatz

Im Bereich Persönliche Finanzen belegt Deutschland Rang 23. Zwar geben sieben von zehn Expats an, dass ihr Einkommen für ein komfortables Leben ausreicht, insgesamt fällt die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation jedoch etwas geringer aus als im internationalen Durchschnitt.

Trotz Kritik ist die Mehrheit zufrieden

Trotz der schwachen Platzierung fällt das Gesamturteil nicht ausschließlich negativ aus. 60 Prozent der Befragten geben an, mit ihrem Leben in Deutschland insgesamt zufrieden zu sein. Dieser Wert liegt jedoch deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 70 Prozent.

Laut den Auswertungen von InterNations wird Deutschlands Gesamtergebnis vor allem durch die anhaltenden Probleme bei Bürokratie, Digitalisierung, Wohnungssuche und sozialer Integration belastet. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass das Land insbesondere mit seiner Work-Life-Balance sowie einer vergleichsweise guten Infrastruktur im Verkehrsbereich weiterhin Stärken besitzt.

An der Spitze des Expat-Rankings 2026 stehen Panama, Mexiko, Thailand, die Vereinigten Arabischen Emirate und Brasilien. Deutschland zählt dagegen erneut zu den Schlusslichtern der internationalen Vergleichsstudie.

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