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Biografie und Frühe Jahre
Sven Schulze wurde am 31. Juli 1979 in Quedlinburg geboren und wuchs in Heteborn auf. Bereits als Schüler trat der politikbegeisterte Sven Schulze der Jungen Union und der CDU bei. Nach dem Abitur 1998 absolvierte er zunächst den Zivildienst. Von 1999 bis 2007 studierte er Umweltschutztechnik und Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Clausthal und schloss als Diplom-Wirtschaftsingenieur ab. Er arbeitete anschließend als Projektleiter bei verschiedenen Firmen und später als Vertriebsleiter bei einem Autozulieferer im Harz. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Seit dem 28. Januar 2026 ist Sven Schulze Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.
Aufstieg in der Politik
Schulzes politische Karriere begann früh: Bereits 1998 zog er mit 19 Jahren in den Gemeinderat von Heteborn ein. Von 2004 bis 2007 gehörte er zusätzlich dem Kreistag Quedlinburg an. Von 2006 bis 2014 war er Landesvorsitzender der Jungen Union Sachsen-Anhalt und ist seit 2006 Mitglied im Landesvorstand der CDU Sachsen-Anhalt. 2016 übernahm er das Amt des Generalsekretärs der CDU Sachsen-Anhalt.
2014 wechselte Schulze auf die europäische Ebene und wurde Mitglied des Europäischen Parlaments, wo er bis 2021 unter anderem als zweiter stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Verkehr und Tourismus blieb.
2021 wechselte Schulze dauerhaft zurück in die Landespolitik. Im März wurde er zum Landesvorsitzenden der CDU Sachsen-Anhalt gewählt, wenige Monate später übernahm er im Kabinett von Reiner Haseloff das Amt des Ministers für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Seine Amtszeit prägten unter anderem die Ansiedlung neuer Industrieprojekte, die Energiepolitik sowie der Wandel der Kohleregionen.
Übernahme des Ministerpräsidentenamts
Nachdem der langjährige Ministerpräsident Reiner Haseloff im August 2025 verkündet hatte, bei der Landtagswahl 2026 nicht erneut als Spitzenkandidat anzutreten, galt Schulze als sein designierter Nachfolger. Am 28. Januar 2026 legte Sven Schulze den Amtseid als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt ab und löste damit Haseloff ab. Gleichzeitig geht er mit der CDU ins Rennen als Spitzenkandidat in die für den 6. September 2026 angesetzte Landtagswahl.
Vom Wirtschaftsminister zum Ministerpräsidenten
Schulze profilierte sich als Wirtschaftsminister vor allem als Vertreter eines starken Industriestandorts Sachsen-Anhalt. Er setzte sich für Investitionen, Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft ein. Nachdem Reiner Haseloff 2025 seinen Rückzug als CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2026 angekündigt hatte, wurde Schulze zum Nachfolger aufgebaut. Im November 2025 kürte ihn die CDU Sachsen-Anhalt mit 91 Prozent zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl.
Noch vor der Wahl trat Schulze das Amt des Ministerpräsidenten an. Am 28. Januar 2026 wählte ihn der Landtag mit 58 Stimmen zum Nachfolger Haseloffs.
Schulzes Kurs zwischen AfD und Linkspartei
Wirtschaft, Arbeitsplätze und Bürokratieabbau bilden den Schwerpunkt von Schulzes politischem Profil. Als Ministerpräsident setzt er darauf, Sachsen-Anhalt wirtschaftlich zu stärken, Investitionen anzuziehen und den Industriestandort weiterzuentwickeln.
Die größte politische Herausforderung für Schulze ist jedoch der Aufstieg der AfD. Bei der Landtagswahl 2021 kam die AfD auf 20,8 Prozent, während die CDU 37,1 Prozent erreichte. Aktuelle Umfragen vor der Wahl am 6. September 2026 sehen die AfD dagegen bei rund 40 Prozent und die CDU bei etwa 23 Prozent.
Schulze schließt eine Zusammenarbeit der CDU sowohl mit der AfD als auch mit der Linkspartei aus. Er betont, dass weder AfD noch Linkspartei Teil einer von ihm geführten Landesregierung sein sollen. Gleichzeitig distanziert er sich von der politischen Debatte um die sogenannte „Brandmauer“ und argumentiert, dass die CDU die Sorgen und Anliegen der AfD-Wähler ernst nehmen müsse, ohne deren politische Lösungen zu übernehmen. Damit positioniert sich Schulze zwischen einer klaren Abgrenzung von beiden politischen Rändern und dem Versuch, enttäuschte oder zur AfD abgewanderte Wähler wieder für die CDU zu gewinnen.
Kritik und Kontroversen
Auch Schulzes Wahlkampf blieb nicht ohne Kritik. Für Schlagzeilen sorgten im Sommer 2026 zwei CDU-Wahlplakate, auf denen dieselbe Frau einmal im Rollstuhl und einmal neben Schulze stehend zu sehen war. In sozialen Netzwerken erhielt Schulze deshalb den ironischen Spitznamen „Wunderheiler“. Er räumte selbst ein, dass die Gestaltung der Motive „handwerklich vielleicht nicht klug“ gewesen sei.
Für politische Brisanz sorgte zudem der CDU-Kommunalpolitiker Bernd Prange aus dem Landkreis Stendal, der der AfD in zwei Spenden insgesamt 10.000 Euro zukommen ließ und in einem offenen Brief zur Wahl der Partei aufrief. Die CDU reagierte darauf mit der Prüfung eines möglichen Parteiausschlussverfahrens.Der Fall zeigt die Spannungen innerhalb der CDU im Umgang mit der AfD.
Landtagswahl 2026: Schulzes Bewährungsprobe
Am 6. September tritt Schulze erstmals als CDU-Spitzenkandidat bei einer Landtagswahl an. Schulze startet aus einer schwierigen Position: Die AfD führt in den aktuellen Umfragen klar vor der CDU. Gleichzeitig ist Schulze persönlich bei den Wählern stärker als seine Partei.
Im ZDF-Politbarometer vom 28. August würden 48 Prozent der Befragten Schulze lieber als Ministerpräsidenten sehen, während der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auf 32 Prozent kommt. Bei der Sonntagsfrage liegt die AfD dagegen mit 40 Prozent deutlich vor der CDU mit 23 Prozent.
Damit steht Schulze vor einer besonderen Herausforderung: Er muss versuchen, seinen persönlichen Vorsprung in ein möglichst starkes Ergebnis für die CDU zu übersetzen. Ob ihm das gelingt und welche politische Rolle die CDU nach der Wahl spielen wird, fällt die Entscheidung am Sonntag.

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