Türkischer Historiker İlber Ortaylı mit 78 Jahren gestorben

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Der bekannte türkische Historiker İlber Ortaylı ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Der renommierte Wissenschaftler, der als einer der bedeutendsten Experten für osmanische Geschichte galt, verstarb am Freitag in einem Krankenhaus in Istanbul, nachdem sich sein Gesundheitszustand während einer intensivmedizinischen Behandlung verschlechtert hatte.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurde Ortaylı im Universitätskrankenhaus der Koç-Universität behandelt. Nachdem sich sein Zustand verschlechtert hatte, wurde er intubiert. Trotz medizinischer Bemühungen konnten die Ärzte sein Leben nicht mehr retten.

Der Tod des Historikers löste in der Türkei zahlreiche Beileidsbekundungen aus. Zu den ersten Gratulanten gehörten der Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş, Vizepräsident Cevdet Yılmaz sowie der Kommunikationsdirektor der Präsidentschaft Burhanettin Duran.

Ortaylı war in der Türkei weit über akademische Kreise hinaus bekannt. Mit Büchern, Zeitungskolumnen, Fernsehauftritten und öffentlichen Vorträgen gelang es ihm, historische Themen einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Viele Türkinnen und Türken kannten ihn aus Fernsehsendungen, in denen er mit direkter und oft pointierter Art über Geschichte, Politik und Gesellschaft sprach.

Im Laufe seiner Karriere lehrte Ortaylı an mehreren renommierten Universitäten, darunter die Galatasaray-Universität, die Bilkent-Universität und die Medipol-Universität. Von 2005 bis 2012 war er zudem Direktor des Topkapı-Palast-Museums in Istanbul, einer der bedeutendsten historischen Einrichtungen des Landes.

Geboren wurde Ortaylı 1947 im österreichischen Bregenz. Seine wissenschaftliche Arbeit konzentrierte sich vor allem auf die Geschichte des Osmanischen Reiches, die Entwicklung der modernen Türkei sowie die historische Rolle des Landes zwischen Europa und dem Nahen Osten.

Für viele Menschen in der Türkei galt Ortaylı als prägende Stimme der Geschichtswissenschaft. Mit seiner klaren Sprache und seinem umfassenden Wissen trug er maßgeblich dazu bei, das öffentliche Verständnis für die osmanische Vergangenheit und die Entstehung der modernen Republik zu prägen.

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