Türkei startet mit Niederlage in die WM 2026

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Die türkische Fußballnationalmannschaft ist mit einer Enttäuschung in die Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026 gestartet. Nach 24 Jahren kehrt die Türkei auf die Bühne der Weltmeisterschaft zurück. Im ersten Spiel am Sonntagmorgen der Gruppe D unterlag die Auswahl von Trainer Vincenzo Montella Australien mit 0:2 und blieb damit zum Auftakt ohne Punkte.

Die türkische Mannschaft begann die Begegnung engagiert und suchte von Beginn an den Weg nach vorne. Dennoch geriet sie in der 27. Minute überraschend in Rückstand. Nach einem schnellen Vorstoß setzte sich Nestory Irankunda hinter die türkische Abwehr ab und verwandelte seine Gelegenheit zur australischen Führung.

Auch nach dem Seitenwechsel gelang es der Türkei nicht, die erhoffte Reaktion zu zeigen. Zwar bemühte sich die Mannschaft um mehr Ballbesitz und Spielkontrolle, doch klare Torchancen blieben selten. Stattdessen sorgte Australien in der 75. Minute für die Vorentscheidung: Connor Metcalfe traf mit einem kraftvollen Distanzschuss zum 2:0.

In der Schlussphase fielen keine weiteren Treffer. Damit beendet die türkische Nationalmannschaft ihr erstes Gruppenspiel punktlos.

Für die Türkei geht das Turnier am 20. Juni weiter. Dann trifft die Mannschaft auf Paraguay. Nach der Auftaktniederlage steht die Begegnung bereits im Zeichen der Wiedergutmachung und könnte für den weiteren Verlauf der Gruppenphase richtungsweisend sein.

WM-Fieber in den türkischen Gemeinden 

Die Weltmeisterschaft sorgt jedoch nicht nur auf dem Platz, sondern auch in Deutschland für große Aufmerksamkeit. Trotz der frühen Anstoßzeit verfolgten zahlreiche Anhänger der türkischen Nationalmannschaft die Partie gegen Australien gemeinsam. In vielen Städten öffneten türkische Kulturvereine, Moscheegemeinden, Cafés und Restaurants bereits in den frühen Morgenstunden ihre Türen, um den WM-Auftakt der „Milli Takım“ im Rahmen gemeinsamer Übertragungen zu zeigen. Für viele Mitglieder der türkischstämmigen Community entwickelte sich das Spiel zu einem gesellschaftlichen Ereignis, bei dem das gemeinsame Erleben der Weltmeisterschaft ebenso im Vordergrund stand wie die Unterstützung der Nationalmannschaft.

Kritik an fehlender Free-TV-Übertragung

Die Debatte über die Übertragungsrechte erhielt durch den WM-Auftakt der Türkei zusätzliche Aufmerksamkeit. Während die Begegnung gegen Australien in zahlreichen türkischen Kulturvereinen, gemeinsam verfolgt wurde, blieb das Spiel im frei empfangbaren Fernsehen unsichtbar.

Entsprechend wurde auch Kritik an der Übertragungspolitik laut. Weder ARD noch ZDF zeigten die Partie gegen Australien. Hintergrund ist die Rechtevergabe für die Weltmeisterschaft 2026: Die Telekom verfügt über die Übertragungsrechte an allen 104 Turnierspielen. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind lediglich aufgrund einer Sublizenz berechtigt, jeweils 30 Begegnungen zu übertragen. Insgesamt 44 Spiele laufen daher ausschließlich bei MagentaTV – darunter auch sämtliche Gruppenspiele der türkischen Nationalmannschaft.

Kritiker verweisen darauf, dass in Deutschland rund drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben und die Spiele der Türkei deshalb auf ein erhebliches Zuschauerinteresse stoßen. Sie sehen darin ein Versäumnis der öffentlich-rechtlichen Sender, die sportlichen Interessen eines bedeutenden Teils der Bevölkerung ausreichend zu berücksichtigen. ARD und ZDF verweisen hingegen auf die vertraglich festgelegte Rechteaufteilung und die begrenzte Anzahl der verfügbaren Übertragungen. Die Diskussion darüber, nach welchen Kriterien die Auswahl der frei empfangbaren WM-Spiele erfolgt, dürfte damit weiter anhalten.

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