Nach Kritik: Hadise beendet Zusammenarbeit mit UNICEF

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Die türkische Popsängerin Hadise sieht sich nach einem für UNICEF produzierten Hilfsvideo scharfer Kritik ausgesetzt – und zieht nun Konsequenzen. In einer ausführlichen Stellungnahme wies die Künstlerin darauf hin, dass die im Video verwendeten Formulierungen ihr von UNICEF übermittelt worden seien.

Auslöser der Kontroverse war ein Beitrag anlässlich des Ramadan. Darin betonte Hadise den Charakter des Fastenmonats als Zeit der Solidarität und des Teilens. „Ramadan ist der Monat des Teilens und der Solidarität. UNICEF steht stets an der Seite der am stärksten benachteiligten Kinder. Denn kein Kind sollte hungrig bleiben. Von der Türkei bis Gaza, vom Sudan bis Afrika – Kinder brauchen am Iftar-Tisch Hoffnung. Um im Leben eines Kindes einen wirklichen Unterschied zu machen, können Sie Ihre Ramadan-Spende an UNICEF richten“, hieß es in dem Video.

Gerade diese Passage rief Widerspruch hervor. Unter anderem äußerte sich der Präsidialberater Oktay Saral kritisch. Es sei „inakzeptabel“, erklärte er über soziale Medien, die Türkei in einem Atemzug mit Gaza und dem Sudan unter den hilfsbedürftigen Ländern zu nennen. Auch aus Kreisen der regierenden Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP) sowie von regierungsnahen Nutzern sozialer Netzwerke wurde die Sängerin scharf attackiert.

Hadise – mit bürgerlichem Namen Hadise Açıkgöz – stellte daraufhin klar, dass der Text des Videos vollständig von UNICEF stamme. Man habe sie im Hinblick auf den gesegneten Monat Ramadan um eine Mitwirkung gebeten und ihr ein entsprechendes Manuskript übermittelt. „Die Botschaft lautete: ,Lasst uns im Ramadan gemeinsam das Gute vermehren‘. Mein Ziel war es einzig, im Leben von Kindern einen Unterschied zu machen“, erklärte sie.

Am Folgetag ging die Künstlerin noch einen Schritt weiter. Über ihren Instagram-Account kündigte sie an, ihr seit 2022 ausgeübtes Amt als UNICEF-Türkei-Botschafterin für Kinderrechte niederzulegen.

Zugleich betonte sie, ihr Engagement für notleidende Kinder – insbesondere im Gazastreifen – werde sie fortsetzen, jedoch künftig unabhängig von institutionellen Bindungen. Sie nehme die Reaktionen und Kritiken aufmerksam zur Kenntnis und respektiere sie, schrieb Hadise. Ihre Haltung zugunsten der Rechte von Frauen, Kindern und aller Lebewesen habe sie über Jahre hinweg klar vertreten; daran werde sich nichts ändern. Künftige Hilfskampagnen wolle sie mit größerer Sensibilität und Sorgfalt begleiten.

Im Ramadan, so versicherte die Sängerin abschließend, werde sie ihre Unterstützung für bedürftige Kinder, allen voran in Gaza, eigenständig fortführen.

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