Welle der Sympathie für Spanien in der Türkei

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Eine Welle der Zuneigung für Spanien hat in den letzten Tagen die Türkei erfasst – ausgelöst durch Madrids entschlossene Haltung gegen den Krieg im Nahen Osten. Fußballfans jubeln ihre Unterstützung, und in den sozialen Medien verbreiten sich zahlreiche pro-spanische Beiträge.

Unzählige Bilder zeigen türkische und spanische Flaggen, die nebeneinander wehen. Dazu kommen Memes über eine aufkeimende Romanze zwischen einem Stier, der Spanien symbolisiert, und einem Wolf für die Türkei. Außerdem kursieren Videos von Fans des Fußballvereins Eskisehirspor, die spanische Melodien singen und „Olé!“ rufen, während sie eine „Mexican Wave“ im Stadion machen.

Alles begann, als der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez sich zu Beginn des Konflikts entschieden weigerte, US-Truppen die Nutzung spanischer Militärbasen für Angriffe auf den Iran zu erlauben. Wiederholt veröffentlichte er den Slogan „Nein zum Krieg“ – ein Schritt, der in der Türkei großen Anklang fand.

Sánchez war dort bereits beliebt wegen seiner scharfen Kritik am Gaza-Krieg, die der harten Haltung der Türkei ähnelte. Dass der sozialistische Regierungschef nun auch dem Druck aus den USA nicht nachgab, hat zwar Präsident Donald Trump verärgert, ihm in der Türkei jedoch eine große Zahl neuer Anhänger eingebracht.

„Grüße an die türkische Twitter-Community“, schrieb Sánchez spät am Samstag in einem Beitrag auf X. Dazu veröffentlichte er ein Video, das zeigt, wie bei einer Feier eine große türkische Flagge geschwenkt wird – neben einem riesigen Banner mit der Aufschrift: „Nein zum Krieg“.

Der Konflikt begann am 28. Februar, als israelische und US-amerikanische Kampfflugzeuge mit Bombardierungen des Iran begannen. Die Türkei verurteilte diesen Schritt scharf als „illegal“, kritisierte jedoch auch die wahllose Vergeltung Irans.

Das Ansehen Spaniens wurde weiter gestärkt, nachdem spanische Soldaten, die in der Türkei eine Patriot-Raketenbatterie bedienen, eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete mit Ziel Türkei entdeckten, die anschließend von der NATO abgefangen wurde.

Die Soldaten, die auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik stationiert sind – einer wichtigen NATO-Einrichtung im Süden der Türkei –, hätten den Raketenangriff „entdeckt und gemeldet“, sagte die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles am Donnerstag im Radiosender Cadena Ser. Abgeschossen hätten sie die Rakete jedoch nicht.

Quelle: AFP

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