USA verweigern erstem somalischen WM-Schiedsrichter die Einreise

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Dem für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 nominierten somalischen Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan ist nach seiner Ankunft in Miami die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert worden. Der 34-Jährige wurde wenig später nach Istanbul zurückgeschickt. Damit verpasste er ein für die WM-Schiedsrichter verpflichtendes Vorbereitungsseminar.

Artan gilt als einer der angesehensten Schiedsrichter Afrikas. Die Afrikanische Fußballkonföderation (CAF) hatte ihn 2025 zum „Schiedsrichter des Jahres“ gewählt. Seine Nominierung für die Weltmeisterschaft war in Somalia als historischer Erfolg gewertet worden: Er wäre der erste Schiedsrichter des Landes gewesen, der bei einer WM-Endrunde zum Einsatz kommt. Noch in der vergangenen Woche hatte die FIFA erklärt, die zuvor bestehenden Visaprobleme seien vollständig ausgeräumt worden.

Trotz Diplomatenpasses zurückgewiesen

Nach Angaben aus seinem Umfeld war Artan von Kenia aus über Istanbul nach Miami gereist. Obwohl er über einen von der somalischen Botschaft ausgestellten Diplomatenpass verfügte, verweigerten ihm Beamte der amerikanischen Grenzschutzbehörde die Einreise. Eine offizielle Begründung wurde demnach nicht mitgeteilt. Stattdessen sei er unmittelbar auf einen Rückflug nach Istanbul gesetzt worden.

Der Somalische Fußballverband und Vertreter des Sportministeriums reagierten mit scharfer Kritik. Der Vorfall sei eine „große Enttäuschung“ und werfe Fragen hinsichtlich der Vorbereitung des Turniers auf. Eine Stellungnahme der FIFA lag zunächst nicht vor.

Besondere Brisanz erhält der Fall vor dem Hintergrund der amerikanischen Einwanderungspolitik. Er ereignete sich in einer Zeit, in der Somalia zu den Ländern zählt, deren Staatsangehörige von verschärften Einreisebestimmungen betroffen sind. US-Präsident Donald Trump hatte Somalia wiederholt öffentlich kritisiert und sich in der Vergangenheit mehrfach abfällig über Einwanderer somalischer Herkunft geäußert.

Artans Fall reiht sich in eine Reihe von Berichten über Visaschwierigkeiten ein, die im Vorfeld der Weltmeisterschaft auch Angehörige anderer Nationen, darunter Mitglieder der iranischen Nationalmannschaft, betreffen sollen. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, inwieweit Einreisebestimmungen die Durchführung eines globalen Sportereignisses beeinflussen können.

Wer ist Omar Abdulkadir Artan?

Der somalische Schiedsrichter hatte in den vergangenen Jahren mehrere hochrangige Begegnungen auf dem afrikanischen Kontinent geleitet, darunter das Finale der CAF Champions League. Innerhalb des afrikanischen Fußballs genießt er einen ausgezeichneten Ruf. Seine Berufung in den Kreis der 52 WM-Schiedsrichter war daher nicht nur als persönliche Auszeichnung, sondern auch als bedeutender Moment für den somalischen Fußball gewertet worden.

Welche Folgen der Vorfall für die Besetzung des Schiedsrichterteams bei der Weltmeisterschaft haben wird, ist derzeit offen. Beobachter richten ihren Blick nun auf die FIFA und die Frage, ob der Weltverband an Artans Nominierung festhält oder einen Ersatz benennt.

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