Amokfahrt in Leipzig: Zwei Tote und mehrere Verletzte

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Am frühen Montagabend hat ein 33-jähriger Deutscher in Leipzig mit seinem Fahrzeug offenbar gezielt Passanten erfasst und dabei zwei Menschen getötet sowie zahlreiche weitere verletzt. Die Ermittlungsbehörden sprechen von einer Amokfahrt, die sich über mehrere hundert Meter durch den innerstädtischen Bereich zog. Die Motive der Tat sind bislang unklar, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Fahrt durch das Zentrum

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft begann die Fahrt gegen 16.45 Uhr am Augustusplatz und führte über die Grimmaische Straße – eine stark frequentierte Einkaufsmeile – weiter bis in Richtung Markt. Augenzeugenberichte und erste Bildaufnahmen zeigen ein stark beschädigtes Fahrzeug mit eingedrückter Front und zersplitterter Windschutzscheibe.

Der Leipziger Polizeipräsident René Demmler sprach von „zwei schweren Kollisionen“, bei denen eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann ums Leben kamen. Darüber hinaus gebe es eine Vielzahl Verletzter, darunter Menschen, die nach Angaben der leitenden Oberstaatsanwältin Claudia Laube „in Krankenhäusern um ihr Leben kämpfen“.

Ermittlungen ohne erkennbares Motiv

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen zweifachen Mordes sowie mehrfachen versuchten Mordes. Der Tatverdächtige, der in Leipzig lebt, wurde noch in seinem Fahrzeug widerstandslos festgenommen und befindet sich in Gewahrsam.

Bislang sehen die Ermittler keine Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv. Auch eine Beteiligung weiterer Personen wird ausgeschlossen. Sachsens Innenminister Armin Schuster bezeichnete den Mann als mutmaßlichen Amoktäter; mögliche psychische Auffälligkeiten würden derzeit geprüft.

Der Vorfall löste einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften aus. Zeitweise wurde ein sogenannter Massenanfall von Verletzten ausgerufen. Neben zwei Schwerverletzten mussten zahlreiche weitere Betroffene medizinisch und psychologisch betreut werden.

Hinweisportal eingerichtet

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung zeigte sich tief erschüttert und sprach von einer „fürchterlichen Amokfahrt“. Seine Gedanken seien bei den Opfern und deren Angehörigen. Ein Kriseninterventionsteam wurde eingerichtet, um Betroffene zu unterstützen.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer äußerte sich betroffen. Die Tat mache „sprachlos“, zugleich kündigte er eine umfassende und konsequente Aufklärung an.

Die Polizei hat ein Hinweisportal eingerichtet und bittet Zeugen, Fotos, Videos oder Beobachtungen zur Verfügung zu stellen.

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