Krise in der SPD: Der Fall Hikel entfacht neue Debatte über Islamismus in der Partei

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In der deutschen Sozialdemokratischen Partei (SPD) brodelt es erneut. Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, Martin Hikel, ist bei einer parteiinternen Abstimmung überraschend durchgefallen – rund ein Drittel der Delegierten stimmte gegen seine erneute Kandidatur. Damit verlor Hikel nicht nur seine Bewerbung, sondern auch faktisch seinen Posten als Bezirkschef.

In Berlin wird nun spekuliert: War es eine Intrige, ein Racheakt oder ein Machtkampf des linken Parteiflügels? Laut Berichten führen die Spuren vom Büro des Bundestagsabgeordneten Hakan Demir bis zu Raed Saleh, dem früheren Berliner SPD-Vorsitzenden.Mehrere Parteimitglieder sprechen von einer gezielten Aktion: „In Neukölln passiert nichts, ohne dass Saleh davon weiß“, heißt es. Ein anderer Funktionär bezeichnet ihn gar als „die Nemesis der Berliner SPD“.

Neuköllns Integrationsbeauftragte Güner Balci sieht den Konflikt vor allem ideologisch begründet: „Martin Hikel ist einer der mutigsten Menschen, die ich kenne. Er kämpft seit Jahren gemeinsam mit säkularen Muslimen gegen Islamismus.“ Damit habe er sich viele Feinde gemacht – auch in Teilen der SPD. Über Saleh sagt Balci: „Von ihm hört man kein kritisches Wort zur Muslimbruderschaft oder zur Clankriminalität.“

Die Affäre zeigt, wie tief die innerparteilichen Gräben in der Berliner SPD bei Themen wie Migration, Religion und Integration inzwischen geworden sind.

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