Zweiunddreißig Frauen sind im März in der Türkei von Männern ermordet worden; weitere 58 kamen unter ungeklärten Umständen ums Leben, wie das Stockholm Center for Freedom berichtet.
Von den 32 getöteten Frauen wurden 20 von ihren gegenwärtigen oder früheren Ehemännern beziehungsweise Partnern ermordet, eine weitere von anderen Verwandten.
Mindestens 13 der Opfer wurden wegen Entscheidungen getötet, die ihr eigenes Leben betrafen – etwa weil sie die Scheidung verlangten, eine Versöhnung mit einem Partner ablehnten oder einen Heiratsantrag beziehungsweise eine Beziehung zurückwiesen.
Am 4. März wurde die 40-jährige Nagihan Karadeniz in der nordwestlichen Provinz Bursa nach einem Streit von ihrem früheren Partner getötet.
Am 27. März wurde Havva Çubukçu in der westlichen Provinz İzmir von ihrem Ex-Ehemann erschossen.
Femizide und Gewalt gegen Frauen sind in der Türkei ein chronisches Problem; nahezu täglich werden Frauen getötet, vergewaltigt oder misshandelt.
Nach Angaben der Plattform „We Will Stop Femicide“ wurden im Jahr 2025 mindestens 294 Frauen von Männern ermordet.
Viele Kritiker sehen die Hauptursache für diese Entwicklung in der Politik der Regierung der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP), die gewalttätigen und misshandelnden Männern durch Straflosigkeit Schutz gewähre.
Türkische Gerichte stehen wiederholt in der Kritik, da sie dazu neigen, milde Urteile zu verhängen, indem sie Taten unter Verweis auf eine angebliche Provokation strafmildernd einstufen oder das Schweigen der Opfer als Zustimmung deuten.
Für nationalen wie internationalen Aufruhr sorgte es, als Präsident Recep Tayyip Erdoğan im März 2021 per Dekret den Austritt des Landes aus einem internationalen Abkommen verfügte, das Regierungen verpflichtet, gesetzliche Grundlagen zur Strafverfolgung von Tätern häuslicher Gewalt und ähnlicher Übergriffe sowie von Vergewaltigung in der Ehe und weiblicher Genitalverstümmelung zu schaffen.
Bei dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, besser bekannt als Istanbul-Konvention, handelt es sich um ein internationales Abkommen zum Schutz der Rechte von Frauen und zur Verhinderung häuslicher Gewalt in den Gesellschaften; es wurde 2011 für die Mitgliedstaaten des Europarats zur Unterzeichnung aufgelegt. Die Türkei war bis 2021 Vertragspartei.
Verbündete Erdoğans dringen zudem auf weitere Rückschritte und fordern die Aufhebung eines nationalen Gesetzes, das Schutzmechanismen für Frauen vorsieht, die Gewalt erlitten haben oder von ihr bedroht sind.
32 women killed by men, 58 more died under suspicious circumstances in Turkey in March

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