Vor Nato-Gipfel in Ankara: Türkische Behörden melden 200 Festnahmen

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Rund drei Wochen vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara haben die türkischen Behörden mehr als 200 Menschen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft meldete am Dienstag 209 Festnahmen von Verdächtigen, die demnach Verbindungen zu linksextremistischen Gruppen oder zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gehabt hätten. Weitere 32 Verdächtige seien flüchtig.

185 der Festgenommenen werde die Mitgliedschaft in mehreren als “terroristisch” eingestuften linksextremen Organisationen vorgeworfen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Zu den Organisationen gehört demnach unter anderem die Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C), die seit den 1980er Jahren wiederholt Angriffe in der Türkei verübt hat. Die DHKP-C wird von Ankara, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Menschenrechtsgruppen bestritten dagegen, dass es sich bei allen Festgenommenen um Extremisten handelte. Demnach wurden auch drei Anwälte, ein Journalist, ein Hochschuldozent und ein Gewerkschaftsvertreter verhaftet.

Zu den Festgenommenen gehöre außerdem der LGBTQ-Aktivist Yildiz Tar, der das Magazin “Kaos GL” herausgibt. Erol Önderoglu von “Reporter ohne Grenzen” (RSF) bezeichnete die Festnahme als “inakzeptabel” und forderte seine Freilassung; der Gipfel biete keine Rechtfertigung für eine “willkürliche” Inhaftierung aus Sicherheitsgründen.

Ankaras Gouverneursbüro hatte am späten Montagabend zudem ein Verbot aller Demonstrationen ab dem 28. Juni bis zum Ende des Nato-Gipfels angekündigt. Die Zusammenkunft in der türkischen Hauptstadt findet am 7. und 8. Juli statt. Zu dem Treffen werden Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Mitgliedstaaten erwartet, darunter auch US-Präsident Donald Trump.

© Agence France-Presse

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