Ein Erdbeben der Stärke 5,4 hat am Donnerstagvormittag die türkische Provinz Şanlıurfa erschüttert. Nach Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD ereignete sich das Beben um 10.40 Uhr (Ortszeit). Das Epizentrum lag im Bezirk Karaköprü.
Das Kandilli-Observatorium gab die Stärke des Erdbebens mit 5,5 an und bezifferte die Tiefe auf 5,1 Kilometer. Die Erschütterungen waren auch in den umliegenden Provinzen Diyarbakır, Adıyaman, Gaziantep, Kahramanmaraş, Elazığ und Mardin zu spüren.
Menschen verlassen Häuser und Arbeitsplätze
Nach dem Erdbeben verließen zahlreiche Menschen vorsorglich ihre Wohnungen und Arbeitsstätten und suchten offene Flächen auf. In der Bevölkerung kam es vorübergehend zu Panik.
Nach den bislang vorliegenden offiziellen Angaben gibt es jedoch keine Todesopfer oder Verletzten. Auch größere Schäden wurden zunächst nicht festgestellt.
Der Gouverneur von Şanlıurfa, Hasan Şıldak, erklärte, die Untersuchungen vor Ort dauerten an. Bei den bisherigen Kontrollen sei kein Gebäudeeinsturz festgestellt worden.
Behörden überprüfen mögliche Schäden
AFAD, die Provinzverwaltung und weitere zuständige Behörden setzten nach dem Beben ihre Untersuchungen fort. Einsatzkräfte überprüften die betroffenen Gebiete, um mögliche Schäden an Gebäuden und Infrastruktur festzustellen.
Die Behörden appellierten an die Bevölkerung, sich an offizielle Mitteilungen zu halten und unbestätigten Informationen keinen Glauben zu schenken. Nach dem derzeitigen Stand habe das Erdbeben zwar für erhebliche Beunruhigung gesorgt, Hinweise auf Todesopfer oder Zerstörungen lägen bislang jedoch nicht vor.
Erinnerungen an die Katastrophe vom 6. Februar 2023
Das Beben in Şanlıurfa rief zugleich Erinnerungen an die schweren Erdbeben vom 6. Februar 2023 wach. Die damalige Katastrophe hatte weite Teile des Südens und Südostens der Türkei getroffen.
Nach offiziellen Angaben kamen bei der Erdbebenkatastrophe in der Türkei 53.537 Menschen ums Leben. Mehr als 107.000 Menschen wurden verletzt.
Şanlıurfa gehörte zu den elf Provinzen, die von den Erdbeben betroffen waren. In der Provinz starben 340 Menschen, rund 5.000 weitere wurden verletzt. Zahlreiche Gebäude stürzten ein, während Tausende weitere Bauwerke schwer beschädigt wurden.
Das aktuelle Beben hat damit in Şanlıurfa nicht nur kurzfristig für Unruhe gesorgt, sondern auch die Erinnerung an die verheerenden Folgen der Erdbeben von 2023 zurückgebracht. Die Behörden setzten ihre Untersuchungen fort, um mögliche Schäden des aktuellen Bebens zu erfassen.

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