SRF Recherche: Neue Generation krimineller Netzwerke – Cevheri Güven über die Mafia-Strukturen in Europa

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Der Journalist Cevheri Güven hat sich in der investigativen Dokumentation „Aufgedeckt – Auf der Spur der Gen-Z-Mafia“ des Schweizer öffentlich-rechtlichen Rundfunks SRF zu neuen kriminellen Strukturen in der Schweiz geäußert. Im Mittelpunkt der Recherche stehen neuartige Gruppierungen, die zunehmend von jungen Menschen geprägt sind. Güven sprach insbesondere über die Aktivitäten der Gruppierung Tolhildan und deren Verbindungen nach Europa.

Die SRF-Recherche befasst sich mit der Gruppierung Tolhildan, die vor allem im Raum Basel aktiv sein soll. Ihre Mitglieder präsentieren sich in sozialen Medien mit Schusswaffen und sollen dort auch Drohungen gegen rivalisierende Gruppen ausgesprochen haben. Die Dokumentation untersucht neben den Aktivitäten in der Schweiz auch mögliche Verbindungen nach Deutschland und zu überregionalen kriminellen Netzwerken.

Cevheri Güven: Bewaffnete und gefährliche Gruppierung

Das SRF-Team traf in Deutschland den Journalisten Cevheri Güven, um mehr über die Struktur und die Aktivitäten von Tolhildan zu erfahren.

In der Dokumentation beschreibt Güven Tolhildan als eine bewaffnete und gefährliche Gruppierung, die sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz aktiv sei und über Verbindungen zum Waffen- und Drogenhandel verfüge. Er verwies insbesondere darauf, dass die Gruppe auch mit schweren Waffen agieren könne, und hob die Ernsthaftigkeit der mutmaßlichen kriminellen Aktivitäten hervor.

Güvens Einschätzungen werden in der Dokumentation durch weitere Ergebnisse der journalistischen Recherche ergänzt. Ausgehend von Beiträgen in sozialen Netzwerken verfolgte das SRF-Team die mutmaßlichen Mitglieder, deren Treffpunkte und ihre Verbindungen in verschiedene Länder.

Von Social-Media-Beiträgen zu einem internationalen kriminellen Netzwerk

Die Dokumentation analysiert Fotos, die mutmaßlichen Mitgliedern von Tolhildan zugeordnet werden und auf denen Schusswaffen zu sehen sind. Darüber hinaus untersuchten die Journalisten Kontakte zu Personen aus verschiedenen Ländern.

Anhand der in den sozialen Medien veröffentlichten Bilder und Beiträge versuchten die Journalisten, bestimmte Aufenthaltsorte zu identifizieren. Auf diesem Weg stießen sie auf mehrere Adressen im Raum Basel.

Ein weiterer Schwerpunkt der Dokumentation sind mögliche Verbindungen zwischen Tolhildan und der in Deutschland aktiven Gruppierung Daltonlar. Beide Gruppierungen sollen über soziale Medien miteinander in Kontakt stehen und teilweise gemeinsame Berührungspunkte im Waffenhandel und bei anderen kriminellen Aktivitäten haben.

Fedpol: Erpressung, Drogen- und Waffenhandel

Auch Markus Gisin von der Schweizer Bundespolizei (Fedpol) kommt in der Dokumentation zu Wort. Er erläutert die Aktivitäten der neuen Generation organisierter krimineller Gruppierungen.

Demnach können solche Netzwerke in unterschiedlichen Kriminalitätsbereichen aktiv sein. Dazu zählen unter anderem Erpressung, illegales Glücksspiel sowie der Handel mit Drogen und Waffen.

Gisin weist zudem darauf hin, dass die Schweiz für bestimmte kriminelle Netzwerke nicht nur ein Zielgebiet darstellt, sondern auch als Transitland für internationale Transport- und Logistikwege genutzt werden kann.

Die Konkurrenz zwischen verschiedenen Gruppierungen könne nach seinen Angaben immer wieder in bewaffnete Auseinandersetzungen münden. Dadurch entstünden auch Risiken für die öffentliche Sicherheit.

Mutmaßlicher Anführer weist Vorwürfe zurück

Im letzten Teil der Recherche nahm das SRF-Team telefonisch Kontakt zu einer Person auf, die als Anführer von Tolhildan gelten soll. Der Mann, der unter dem Kürzel „S“ vorgestellt wird, bestritt sowohl seine angebliche Führungsrolle als auch, eine solche Gruppierung zu kennen.

Zugleich räumte er ein, in der Vergangenheit an gewalttätigen Vorfällen beteiligt gewesen zu sein. Heute wolle er jedoch ein ruhiges, friedliches und gesetzestreues Leben führen, erklärte er. Die Dokumentation gibt auch seine Stellungnahmen zu weiteren gegen ihn erhobenen Vorwürfen wieder.

Mit ihrer Recherche will SRF aufzeigen, wie sich neue kriminelle Gruppierungen in Europa organisieren. Dabei geht es insbesondere um die Rolle junger Menschen, die Bedeutung sozialer Medien, den Waffenhandel und die grenzüberschreitenden Verbindungen zwischen verschiedenen kriminellen Netzwerken.

Erstveröffentlichung: Bold Medya

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