Notfallversorgung: Immer mehr Patienten werden an Krankenhäuser verwiesen

0

88.500 Verweise in die Notaufnahme: Neue Zahlen zeigen Probleme im deutschen Gesundheitssystem

Die Zahl der Menschen, die über den ärztlichen Patientenservice 116117 an Notaufnahmen verwiesen werden, steigt deutlich. Neue Daten aus Niedersachsen zeigen, dass 2025 rund 88.500 Anrufe zu einer Empfehlung führten, eine Krankenhausnotaufnahme aufzusuchen. Weitere 36.000 Fälle wurden an Rettungsdienste oder die Notrufnummer 112 weitergeleitet.

Die am 26. Oktober veröffentlichten Zahlen stammen aus einer Antwort des niedersächsischen Gesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage. Insgesamt stieg die Zahl der Anrufe bei der 116117 zwischen 2022 und 2025 um rund 20 Prozent auf mehr als 1,2 Millionen.

Der Anteil der Verweise an Notaufnahmen erhöhte sich von vier auf sieben Prozent. Gleichzeitig gingen Hausbesuche und Vermittlungen an ärztliche Bereitschaftspraxen anteilig zurück.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen sieht darin nicht zwangsläufig eine Fehlentwicklung. Die computergestützte Ersteinschätzung sei präziser geworden und erkenne schwere Fälle zuverlässiger. Dennoch werfen die Zahlen Fragen zur Belastung der Krankenhäuser auf. Auch die CDU-Landtagsabgeordnete Lena-Sophie Laue fordert eine bessere Steuerung der Patientenversorgung.

Der Bundestag hat deshalb am 15. Oktober eine Reform beschlossen. Sie soll die Rufnummern 116117 und 112 digital vernetzen und medizinische Hilfe gezielter vermitteln. Der Bundesrat soll sich am 20. November damit befassen.
Entscheidend wird sein, ob Patienten dadurch schneller die passende Behandlung erhalten, ohne dass ohnehin stark beanspruchte Notaufnahmen zusätzlich belastet werden.

No comments