Britischer Außenminister zu Besuch in der Türkei: Gespräche über Nahost und Handelsbeziehungen

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Der britische Außenminister David Lammy hat am Montag bei seinem ersten offiziellen Besuch in der Türkei hochrangige Gespräche in Ankara geführt. Im Zentrum der Gespräche standen die Entwicklungen im Nahen Osten sowie der Ausbau bilateraler Handelsbeziehungen.

Lammy, der das Amt vor einem Jahr übernommen hatte, traf sich mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan sowie mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Es war der erste offizielle Besuch eines britischen Außenministers in der Türkei seit Lammys Amtsantritt.

Nach den Gesprächen erklärte Fidan, man habe insbesondere den zwölf Tage andauernden Iran-Israel-Konflikt besprochen, der vor knapp einer Woche beendet wurde. Im Vordergrund stehe nun die Sicherung des Waffenstillstands.

„Eines unserer derzeit größten strategischen Ziele ist es, dass die zwischen Iran und Israel erzielte Vereinbarung Bestand hat, der Waffenstillstand nicht verletzt wird und ein dauerhafter Frieden einkehrt“, sagte Fidan.

Er bedankte sich zudem bei Lammy für die britische Entscheidung, die Sanktionen gegen Syrien Ende April aufzuheben, und merkte an, dass Lammy angekündigt habe, „bald nach Syrien zu reisen“.

„Dies ist für uns ein wirklich wichtiges Kooperationsfeld. Stabilität und Sicherheit in Syrien sind nicht nur für die Region, sondern global von Bedeutung. Wir werden in dieser Frage weiterhin zusammenarbeiten.“

Über die Inhalte des Gesprächs zwischen Lammy und Präsident Erdoğan äußerten sich türkische Regierungsvertreter nicht.

Der Besuch Lammys fiel in eine Phase, in der beide Seiten eine Vertiefung ihrer bilateralen Beziehungen anstreben. Ziel sei ein Freihandelsabkommen, das auf dem bestehenden Handelsvolumen von 28 Milliarden Pfund aufbaue, sagte Lammy nach dem Treffen mit Fidan.

Auch eine Intensivierung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit und eine engere Abstimmung im Verteidigungsbereich seien Gegenstand der Gespräche gewesen, teilte das britische Außenministerium mit.

„Die sicherheits- und verteidigungspolitische Kooperation mit der Türkei ist für die Sicherheitsinteressen des Vereinigten Königreichs von zentraler Bedeutung. Dazu zählt auch die gemeinsame Arbeit an einem möglichen Export von Eurofighter Typhoon-Kampfflugzeugen in die Türkei“, hieß es in der Mitteilung. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Die Türkei bemüht sich seit einiger Zeit um die Modernisierung ihrer Luftstreitkräfte durch den Erwerb von 40 Eurofighter Typhoons. Das Kampfflugzeug wird von einem Konsortium aus Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien gefertigt.

Obwohl die Gespräche maßgeblich von London geführt werden, besitzt jedes der vier Länder ein Vetorecht beim Export. Besonders Berlin hatte sich anfänglich zurückhaltend gezeigt – auch wegen Differenzen mit Ankara über dessen harte Haltung im Gazakrieg.

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