Mercedes-Benz verkauft europäisches Schnellladenetz: Französisches Unternehmen übernimmt 47 Standorte

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Mercedes-Benz zieht sich aus dem direkten Betrieb seines europäischen Schnellladenetzes zurück. Der Stuttgarter Automobilkonzern verkauft 47 Ladeparks mit insgesamt 374 Ladepunkten an das französische Unternehmen Electra. Der Schritt erfolgt in einer Phase, in der die deutschen Autohersteller unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stehen.

Von den betroffenen Ladeparks befinden sich 31 in Deutschland und sechs in Österreich. Der Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.

Mercedes-Kunden sollen künftig einen vereinfachten Zugang zum deutlich größeren Netzwerk von Electra erhalten. Das französische Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben mehr als 800 Stationen mit über 5.000 Ladepunkten in zehn europäischen Ländern.

Mercedes begründet den Verkauf mit der dynamischen Entwicklung des Marktes. Andere Betreiber hätten ihre Ladenetze inzwischen erheblich ausgebaut. Deshalb überprüfe das Unternehmen regelmäßig, wo eigene Investitionen den größten Nutzen bringen.

Der Schritt ist bemerkenswert: Anfang 2023 hatte Mercedes angekündigt, weltweit mehr als 10.000 Schnellladepunkte an rund 2.000 Standorten aufzubauen. Nun verändert der Konzern seine Strategie zumindest für das europäische Netz.

Der Verkauf erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Gewinne, schwächerer Absatzzahlen und eines umfangreichen Sparprogramms. Besonders der Wettbewerb auf dem chinesischen Automarkt setzt deutsche Premiumhersteller unter Druck.

Für Verbraucher bedeutet der Eigentümerwechsel nicht automatisch, dass die betroffenen Ladepunkte verschwinden. Vielmehr sollen sie künftig unter dem neuen Betreiber weitergeführt werden.

Der Vorgang zeigt zugleich, wie sich die Elektromobilität verändert: Während Autohersteller zunehmend ihre Investitionen überprüfen, gewinnen spezialisierte Betreiber von Ladeinfrastruktur an Bedeutung.

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