150 Pistolen beschlagnahmt: Acht türkische Staatsangehörige in Frankreich in Untersuchungshaft

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Die französische Polizei hat bei einer Kontrolle eines Kleintransporters 150 Handfeuerwaffen beschlagnahmt. Der Transporter war am 10. September auf einer Autobahn im ostfranzösischen Département Ain unterwegs. Die Waffen befanden sich in sechs Sporttaschen.

Nach Angaben der Ermittler handelte es sich bei den Waffen um Nachbildungen von Glock-Pistolen. Der Kleintransporter war von Hannover nach Paris unterwegs.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen ein mutmaßliches Waffenhändler-Netzwerk wurden am 10. und 11. September insgesamt zwölf Männer festgenommen. Die Festnahmen erfolgten in der Region Paris, in Marseille und in anderen Teilen Frankreichs. Die meisten der Festgenommenen sind türkische Staatsangehörige.

Sieben türkische Männer im Alter zwischen 19 und 37 Jahren wurden am Montag in Paris offiziell unter Ermittlungsverfahren gestellt. Ihnen wird Waffenhandel und kriminelle Verschwörung vorgeworfen. Alle sieben kamen noch am selben Abend in Untersuchungshaft.

Ein weiterer türkischer Staatsangehöriger war bereits am 24. August am Pariser Bahnhof Gare de Lyon festgenommen worden. Er hatte rund 30 Nachbildungen von Glock-Pistolen in seinen Taschen. Auch er wurde unter Ermittlungsverfahren gestellt und am 28. August in Untersuchungshaft genommen. Damit sind in diesem Fall bislang acht türkische Staatsangehörige inhaftiert.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das untersuchte Netzwerk die Waffen seit mindestens 2025 nach Frankreich importierte und anschließend für jeweils 1.300 bis 2.800 Euro verkaufte. Einige der Verdächtigen sollen Verbindungen zu den Daltonlar haben, einer in Istanbul ansässigen kriminellen Gruppierung.

Die französische Nationale Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität leitet die Ermittlungen. Sie wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

Die Ermittler prüfen derzeit, ob die Waffenroute auch nach Spanien, Italien oder Belgien führte. Außerdem untersuchen sie, ob Waffen an das in Marseille ansässige Drogennetzwerk DZ Mafia oder an die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK) gelangten.

Nach Angaben einer mit den Ermittlungen vertrauten Quelle gegenüber AFP könnten einige der mit dem Fall in Verbindung stehenden Waffen bei einem versuchten Tötungsdelikt in Marseille eingesetzt worden sein, das mit der DZ Mafia in Verbindung gebracht wird.

Der Anwalt eines der am Montag inhaftierten Kurden erklärte unterdessen, sein Mandant habe nicht zu den Daltonlar gehört. Nach Angaben des Anwalts Mikaël Benillouche hatte der Mann zunächst Waffen als Gefälligkeit für Menschen aus seiner Gemeinschaft versteckt. Später sei er zusammengeschlagen und gezwungen worden, die Waffen zu verkaufen.

Die Daltonlar werden von türkischen Staatsanwälten unter anderem mit Mord, bewaffneten Angriffen, Erpressung und Drogenhandel in Verbindung gebracht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nutzt die Gruppierung soziale Medien, um junge Menschen zu rekrutieren.

Ein Gericht in Istanbul verurteilte im Dezember 2025 zwei führende Mitglieder der Daltonlar jeweils zu zwölf lebenslangen Haftstrafen. Weitere 258 Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen. Insgesamt waren 362 Angeklagte an dem Verfahren beteiligt. Es war eines der größten Verfahren gegen organisierte Kriminalität in der Türkei.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war die Gruppe in der Türkei und Europa aktiv. Sie nutzte soziale Medien und Musikvideos, um für sich zu werben und neue Mitglieder zu gewinnen.

France jails 8 Turkish nationals over handgun shipment from Germany in probe tied to İstanbul gang

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